Quartiersausbau Leineviertel - Jugendhaus am Gartetalbahnhof - Güntzler fordert Politik zum gemeinsamen Handeln auf

04.09.2020

Göttingen war vor einiger Zeit bundesweit in den Schlagzeilen. Der Corona-Ausbruch im Hochhaus in der Groner Landstraße 9, einem sozialen Brennpunkt in Göttingen, hat die dortigen Probleme wie familiäre Gewalt, psychische Auffälligkeiten, Alkohol- und Drogenkonsum und aggressives Verhalten nochmals deutlich aufgezeigt und zum Quartiers- und Stadtthema gemacht. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) fordert nun die Politik in der Stadt auf, gemeinsam eine Weiterentwicklung des gesamten Quartiers Leineviertel und eine Erweiterung des Jugendhauses Gartetalbahnhof zu realisieren. Pläne hierzu gibt es bereits.

„Die Jugendhilfe Göttingen arbeitet bereits seit 5 Jahren in unmittelbarer Nähe zur Groner Landstraße. Sie versucht durch intensive Sozialarbeit im und am Wohnkomplex und mit den verschiedensten Angeboten die Kinder, aber auch deren Eltern zu erreichen. Die Kapazitäten des Jugendhauses sind jedoch schon lange ausgereizt. Eine räumliche Erweiterung und auch eine personelle Aufstockung sind unbedingt notwendig. Nur so können die dort bestehenden Probleme tatsächlich wirklich irgendwann gelöst werden“ so der Abgeordnete, der die Einrichtung auf seiner Sommertour besuchte und sich ein Bild von der dortigen Arbeit machte. „Gemeinsam müssen wir nun schauen, wie wir eine Finanzierung dieses Projektes auf die Beine stellen können“, so Güntzler. Er selbst habe bereits in Berlin Gespräche mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundes-familienministerium geführt und schriftlich das Projekt dargestellt. „Fördermittel scheinen möglich“, sagt Güntzler hoffnungsvoll. Nun müssten Landesmittel und auch eine städtische Co-Finanzierung folgen.

„Der Ausbau der Einrichtung und die Weiterentwicklung zu einer ganzheitlichen Arbeit im gesamten Quartier, macht eine noch bessere und qualifizierte Integrationsarbeit sowie vertrauensvolle Sozialarbeit, auch unter weiterer Einbeziehung der Eltern und der Anwohner möglich und ist ein Ziel, um diesen sozialen Brennpunkt zu entschärfen“, so Güntzler abschließend.

Hintergrund: Das Jugendhaus Gartetalbahnhof bietet täglich bis zu 50 Kindern und Jugendlichen, aber auch den Eltern des Hochhauskomplexes, Unterstützung in allen Lebenslagen. Als Freizeit und Rückzugsort, aber auch als Schutz-raum und bei der Schaffung von schulischen und beruflichen Perspektiven. Insgesamt wohnen rund 200 gemeldete Kinder im angrenzenden Gebäudekomplex. Die Dunkelziffer der dort lebenden Kinder und Jugendlichen wird aber noch weitaus höher eingeschätzt. Auch diese möchte die Jugendhilfe mit ihrer Arbeit erreichen und erweitert ihr An-gebot regelmäßig und schaut, wie die Bedürfnisse der Betroffenen sind.